Wie letze Woche berichtet, bin ich Tester der YuKoN-Methode von Jörg Weisner. Meine aktuelle Herausforderung ist, jeden Tag 10 Minuten zu meditieren. Auf blatternetyukon.tumblr.com konnten Sie täglich ein Update über meine Erfahrungen mitlesen. In diesem Artikel möchte ich kurz zurück blicken und ein paar Worte verlieren, was Meditation mit Arbeitsorganisation zu tun hat.
Nun, um es kurz zu machen: Ich habe es ohne Problem, trotz Schnupfen und ständig laufender Nase geschafft, jeden Tag zu meditieren. Der Anreiz, ein neues Element auf das Band zu ziehen, war einfach zu gross. Ich denke, das war ausschlaggebend für den Erfolg. In der ersten Woche hat also die Methode hervorragend funktioniert.
Arbeitsorganisation und Meditation: Was hat das eine mit dem anderen zu tun?
Zwei Fragen bleiben noch offen: Weshalb habe ich gerade diese Herausforderung gewählt? Und: Was hat das mit Arbeitsorganisation, Arbeitstechniken und Zeitmanagement zu tun – denn das sind ja schliesslich die Themen hier auf dem Blog?
Arbeitsorganisation heisst nicht nur, den Schreibtisch regelmässig aufzuräumen, ein Zeitplanbuch zu führen und den Überblick über seine Aufgabenlisten zu haben. Diese – und viele Dinge mehr – standen lange Zeit im Fokus der Zeitmanagement-Methoden. Doch seit ein paar Jahren kommt man davon weg und geht mehr hin zum Selbst- und Energiemanagement. Es geht nicht darum, auch noch den letzten Tropfen Zeit aus dem Tag heraus zu pressen, sondern darum, einen guten Boden für produktives Arbeiten zu schaffen. Zum guten Boden gehört, dass man sich wohl fühlt, dass man sich und auch seine Grenzen kennen (und respektiert!), dass man gemäss seinen Fähigkeiten und seinem Rhythmus arbeitet und vieles mehr. Produktives Arbeiten ist mehr als eine reine Arbeitstechnik und berücksichtigt die Lebensumstände, den Charakter, die Neigungen und Vorlieben mit.
Ein Teil des Selbst- und Energiemanagements ist, dass man all seine Bereiche pflegt und im Gleichgewicht hält: Körper, Soziales, Intellekt und Sinn/Seele. In der Pflege meines Bereichs Sinn/Seele gehört unter anderem, dass ich Zeit mit mir alleine verbringen. Eine der Methoden, um das zu tun, ist eben die Meditation. Es gibt natürlich noch viele andere Möglichkeiten:
- Tagebuch schreiben
- In der Natur sein
- Religiöse Gewohnheiten
- Musik hören
- und vieles mehr…
Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich meditiere nicht, um produktiver arbeiten zu können – und Sie sollten das auch nicht tun. Ich kümmere mich bewusst um all meine Bereiche und meditieren gehört dazu. Dies wiederum tue ich, um in meiner Mitte und im Gleichgewicht zu sein. Wenn ich das bin, ist ein (willkommener) Nebeneffekt, dass ich meine Arbeit besser erledigen kann.
So hat Meditation indirekt durchaus etwas mit Arbeitsorganisation zu tun.
Es ist manchmal schwierig, dafür zu sorgen, dass die Arbeit nicht über unser Leben bestimmt. Andererseits gehört die Arbeit zu unserem Leben und sollte deshalb auch als integraler Bestandteil akzeptiert werden. Pflegt man all seine Bereich pflegt, ist es deshalb ganz natürlich, dass so auch die Arbeit positiv beeinflusst wird. Man sollte deshalb die Bemühungen um mehr Produktivität weder verteufeln (“Arbeit ist nicht alles”, “man kann es auch übertreiben”, “immer geht es nur um mehr und mehr”) noch nur um ihrer Selbst unternehmen, sondern das gesamte Handeln als ein Ganzes betrachten.
Wie geht es weiter mit dem YuKoN-Test?
Der Test bzw. das öffentliche Berichten darüber hat – wie vieles auf blatternet.ch – experimentellen Charakter. Gerade diese Herausforderung war nicht sehr spannend zum Verfolgen. Deshalb werde ich ab jetzt unter blatternetyukon.tumblr.com nur mehr sporadisch darüber schreiben. Ob und in welcher Form ich auf blatternet.ch weiter berichten werde, weiss ich noch nicht. Vielleicht integriert in andere Artikel, mal sehen. Die Herausforderung geht auf alle Fälle weiter und ich habe bereits eine ganze Liste mit weiteren Herausforderungen. Die Methode bewährt sich für mich sehr gut, es ist nur nicht einfach, darüber zu berichten, dass es a) zu meinem Blog passt und b) für Sie interessant ist.

Mein Name ist Ivan Blatter und ich bin Ihr Office Trainer: Ich helfe Ihnen, produktiver zu arbeiten. Schauen Sie sich um, erfahren Sie mehr 




{ 7 Kommentare… lesen Sie unten oder schreiben Sie selbst einen }
interessant! Wie sieht es denn jetzt aus, wird weiter meditiert oder gleich eine neue Herausforderung gesucht? Wie hat sich das meditieren ausgewirkt?
Hallo,
bin gerade durch den unternehmenskick hierhin geraten- sehr schön! Das mit dem Armband habe ich leider immer nur am Rande mitbekommen, nie richtig gelesen. Das wäre auch was für mich gewesen
.
Ich nehme mir wohl immer noch zu viel auf einmal vor – nicht nur eine Sache.
So will ich regelmäßig (d.h. “eigentlich” auch täglich) morgens meditieren, Yoga machen und irgend wann am Tag spazieren gehen, damit ich mal vom PC wegkomme und meinen armen gebrochenen Fuß wieder beweglich bekomme.
Und das (viele) führt dazu, dass ich schon fast ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich “nur” Yoga gemacht habe und nicht noch meditiert…
Und zum “meditieren”:
da bin ich auch sehr streng mit mir. Ich nenne es auch lieber “sitzen” oder “praktizieren” wie die ZEN Leute. Denn wenn ich da auf dem Kissen hocke und an wer weiß was denke, dann ist das für mich noch nicht wirkliche Meditation. Und unter ner halben Stunde sowieso nicht usw… Das heißt, da setze ich mich mit meinen Ansprüchen selbst unter Druck.
Dabei WEISS ich: es ist tausend mal sinnvoller (und wirkungsvoller) JEDEN Tag 10 Minuten zu meditieren als immer so schubweise.
Also, weiter viel Erfolg!
Und nach meinen eigenen Erfahrungen würde ich nicht gleich noch eine Herausforderung hinzu nehmen. Vielleicht ist ja auch das “langweilig” eine Herausforderung?
@Michael: Ich denke, ich meditiere weiter. Zumal ich ja gestern das erste Mal einen Tag ausgelassen habe… Jetzt sitze ich hier wieder mit meinem leeren Armband, heute habe ich auch noch nicht meditiert. Aber das kommt noch!
Meditation wirkt sich kaum nach bereits einer Woche aus. Es beruhigt mich aber grad im Moment. 10 Minuten mit sich alleine zu verbringen sind eben schon schön und speziell.
@Zamyat: Ja, das ist eine Herausforderung für sich: Sich nicht zu viel vorzunehmen. Ich empfehle, höchstens eine oder zwei Gewohnheiten auf einmal zu ändern.
Bisher ist mit das Meditieren einfach “zu leicht” gefallen, so dass es gar nicht so herausfordernd war. Doch jetzt weiss ich es besser.
Ebenfalls viel Erfolg bei der Challenge drüber auf unternehmenskick.de!
Wie habt ihr euren Einstieg in die Meditation gefunden? Welches waren eure ersten Schritte und auf welche Grenzen seid ihr dabei gestoßen? Das würde mich sehr interessieren.
@Christoph: Das erste Mal meditiert habe ich vor über 10 Jahren. Ich meditiere nicht regelmässig, aber immer wieder.
Ich habe zu Beginn versucht, mich auf den Atem zu konzentrieren. Ich habe einfach beobachtet, wie “es” atmet. Natürlich kommen einem dabei viele Gedanken, das ist normal. Die habe ich einfach wahrgenommen und weiter ziehen lassen. Wichtig ist, dass man ihnen nicht nachhängt oder sich ärgert, dass man eben jetzt an etwas denken muss. Sondern man lässt sie einfach vorbei ziehen wie Wolken am Himmel.
Mittlerweile meditiere ich auf Mantras. Entweder nehme ich ein christliches Mantra oder sonst eines, welches mich gerade anspricht oder eines aus meiner Sammlung. Ich habe vielleicht 4-5 ganz kurze Sätze oder nur Wörter, die ich dann in meinem Kopf immer wiederhole und mit meinem Atem abstimme. So denke ich etwa beim Einatmen “Los” und beim Ausatmen “lassen”. Loslassen.
Und jetzt noch meine Lieblingsfloskel: Meditieren ist einfach, aber nicht leicht.
Die Technik ist einfach zu lernen, aber schwer zu beherrschen. Denn man muss etwas tun, was wenige Menschen wirklich können: Loslassen. Und zwar regelmässig.
Hallo Christoph,
eingestiegen bin ich vor sehr vielen Jahren mit ZEN-Meditation (über meinen damaligen Therapeuten dran gekommen), täglich 40 Minuten im halben Lotussitz, auf den Atem konzentrieren etc. Die ganz “harte” Nummer.
Später dann zu anderen Formen übergewechselt, auch mit Mantras und anderen Konzentrationen.
Aber das per Kommentar zu erklären, scheint mir aussichtslos. Es gibt so viele verschiedene Formen und Richtungen und Lehren – und es hängt auch davon ab, was denn dein Ziel dabei ist. Einfach zur Ruhe kommen, oder ein spiritueller Weg?
Vor allem glaube ich, dass man “wirkliche” Meditation nur mit einem Lehrer und einer Gruppe lernen kann – natürlich trotzdem alleine täglich oder oft üben- es ist eben nicht nur eine “Technik”. Und unser Geist sträubt sich dagegen, wo er nur kann, weil es fast das Fremdeste für uns ist: Nichts zu tun, Nichts zu denken- nichts ist schwieriger
@Zamyat:
Genau! Das Loslassen ist das Schwierigste. Das zu beherrschen braucht jahrelange Übung und einen Lehrer, das denke ich auch.
Aber eben: Was ist das Ziel? Schon nur täglich 10 Minuten eine Auszeit zu nehmen und in sich selber hinein zu horchen, hat bereits eine grosse Wirkung, weil wir das in unserem Alltag fast nie tun oder tun können.