“Es gibt zwei Dinge, die Menschen zum Erfolg motivieren: Inspiration und Verzweiflung.” Anthony Robbins
Motivation kann ganz unterschiedlich wirken. Entweder zieht sie uns zu etwas hin oder sie will uns von etwas weg bewegen. Lernen Sie Ihren Motivationsstil kennen und setzen Sie ihn bewusst ein.
Inspiration vs. Verzweiflung
Kennen Sie das? Der Wecker klingelt und Sie können es kaum erwarten, endlich aus dem Bett zu steigen, denn Sie sind im Urlaub und möchten viele Dinge entdecken. Oder Sie haben etwas vor, auf was Sie sich schon lange freuen. Nie war Aufstehen einfacher! Das ist das, was Robbins “Inspiration” nennt. An anderen Tagen klingelt der Wecker und Sie schaffen es knapp, den Snooze-Knopf zu drücken. Auch nach dem zweiten Klingeln kommen Sie nicht aus den Federn. Erst beim dritten oder vierten Mal schaffen Sie es, weil Sie sonst zu spät kommen und mit Konsequenzen rechnen müssen. Hier sind Sie aus “Verzweiflung” motiviert.
Hin-zu- vs. Weg-von-Motivation
Anstatt von Inspiration und Verzweiflung könnte man auch von Hin-zu-Motivation und Weg-von-Motivation nennen. Im ersten Fall – der Hin-zu-Motivation – werden Sie regelrecht auf ein Ziel oder eine Handlung hin gedrängt, Sie können es gar nicht erwarten und freuen sich auf etwas. Sie wollen sich darauf zu bewegen. Im zweiten Fall – der Weg-von-Motivation – wollen Sie etwas vermeiden oder los werden. Ihr Ziel ist es, sich weg zu bewegen.
Motivation kommt aus dem Lateinischen und bedeutet “Bewegung”. Bei beiden Motivationsstilen setzen Sie sich in Bewegung: In einem Falls jedoch auf etwas zu (Hin-zu-Motivation), im anderen Fall von etwas weg (Weg-von-Motivation).
Jeder Mensch benutzt beide Arten der Motivation: Wir wollen Schmerz vermeiden, weg vom Stress, weg von Sorgen und hin zu Freude, Glück, Entspannung, Gesundheit. Wenn ein Hund bellend auf Sie zu rennt, dann klettern Sie auf einen Baum, um weg vom Hund zu kommen und nicht, um die Aussicht dort zu geniessen.
Auf einen Motivationsstil reagiert man jedoch stärker als auf den anderen. Eine Richtung ist bei jedem Menschen bestimmend: Entweder sind Sie stärker motiviert, wenn Sie sich vorstellen, auf was Sie zu steuern. Oder Sie sind stärker motiviert, wenn Sie sich bewusst machen, von was Sie sich weg bewegen.
Beide Stile sind gleichwertig: Wenn jemand Erfolg im Berufsleben hat, kann es sein, dass er sich auf Wohlstand, Erfolg, Ansehen und Status hin bewegen will. Aber es kann genau so gut sein, dass er aus einer armen Familie stammt und diese Erfahrung nie wieder machen will, also weg von Armut und Misserfolg kommen will. In beiden Fällen ist das Ergebnis, nämlich der Erfolg im Beruf, das selbe.
Ihr Motivationsstil
Überlegen Sie sich, welchen Stil Sie für sich bevorzugen. Was motiviert Sie eher: Auf etwas hin zu zu steuern oder sich von etwas weg zu bewegen? Wenn Sie wissen, welcher Stil bei Ihnen vorherrschend ist, dann können Sie das berücksichtigen, wenn Sie sich motivieren wollen: Bei der Hin-zu-Motivation stellen Sie sich vor, wie es ist, das Ziel erreicht zu haben. Denken Sie an die Belohnungen und positiven Veränderungen, die dann eingetreten sind. Bei der Weg-von-Motivation nützt Ihnen das nicht viel. Hier können Sie versuchen, den Leidensdruck der aktuellen Situation zu erhöhen und sich die negativen Seiten genau vorzustellen. Denken Sie in “weg von Problemen”.
Vielleicht helfen Ihnen diese Überlegungen auch, Ihre Mitarbeiter oder Kollegen besser zu verstehen: Die einen sind schnell von einem neuen Ziel begeistern und wollen los legen. Diese Menschen sind vermutlich eher hin-zu-motiviert. Andere reagieren kaum auf neue Ideen, solange keine Notwendigkeit besteht, die aktuelle Situation zu verändern. Die sind eher weg-von-motiviert. Hier müssen Sie nicht in Visionen sprechen, sondern die Probleme benennen, die aktuell bestehen. Wenn Sie das gut vermitteln können, werden die Weg-von-Motivierten genauso tatkräftig und motiviert mit arbeiten wie die Hin-zu-Motivierten.
Das Prinzip funktioniert übrigens bei Ihren Kindern oder in der Partnerschaft genau so. Es ermöglicht Ihnen einzuschätzen, was in anderen Menschen vor geht und Sie können besser auf Sie eingehen. Ein einfaches Prinzip mit grosser Wirkung!
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{ 2 Kommentare… Lesen Sie die spannenden Kommentare oder schreiben Sie selber einen. }
Ich glaube nicht, dass die Mehrheit der Menschen konsequent einen oder anderen Stil bevorzugt. Meiner Meinung nach soll man bewusst beide Seiten betrachten. Was will ich erreichen und was will ich vermeiden?
Wenn jemand zum Beispiel einen langweiligen Job loswerden möchte (so eine „Weg-von-Motivation“ hat), lohnt es sich, diese Wünsche auch anders zu formulieren. Was will ich eigentlich? Wie würde der ideale Job aussehen?
Und wenn jemand einen festen Traum (so eine „Hin-zu-Motivation“) hat, soll man auch die andere Seite prüfen. Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen dem gewünschten Zustand und der Gegenwart? Was soll ich verändern?
@Réka: Danke für den Kommentar!
Stimmt, “konsequent bevorzugen” wäre zu stark. Aber auf die eine Seite spricht wohl jeder stärker an.
Das Job-Beispiel zeigt schön die beiden Seiten der Medaille: Ein Hin-zu-Motivierter möchte nicht weg vom langweiligen Job, sondern hin zum spannenden. Vermutlich würde er erst dann wechseln, wenn der neue Job seinem Ideal-Job nahe kommt.
Ein Weg-von-Motivierter würde wahrscheinlich jeden Job annehmen, wenn der Leidensdruck gross ist, nur damit er vom langweiligen weg kommt, auch auf die Gefahr hin, vom Regen in die Traufe zu kommen.
In jedem Fall lohnt es sich immer, beide Seite anzuschauen, da bin ich mit Dir einig!