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Weihnachtswoche: Über Kinder und das Leben im Hier und Jetzt

28. Dezember 2007

in Erfolg

Make a Wish

photo by WTL photos

In der Weihnachtswoche wird der normale Wochenplan von blatternet.ch durchbrochen. Im Zentrum steht eine Woche lang Weihnachten und die einzelnen Feiertage. Was ist eigentlich die Botschaft dahinter? Was kann man davon heute noch und in Bezug auf die Themen dieses Blogs lernen? Viel Spass bei diesen weihnachtlichen Beiträgen!

Der 28. Dezember ist Tag der unschuldigen Kinder. Laut dem Matthäusevangelium (Mt 2, 13-18) hat Herodes nach der Geburt Jesu alle Knaben ermorden lassen. Die drei Weisen aus dem Morgenland kamen nämlich zuerst zum König Herodes und fragten nach dem neuen König der Juden. Herodes erschrack, denn er hatte natürlich Angst vor einem Machtverlust. Als sich dann die Weisen aus dem Staub machten, ohne Herodes zu sagen, wo Jesus geboren wurde, liess er alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren ermorden. Doch Josef und Maria waren mit Jesus längst nach Ägypten geflüchtet, da sie einen Wink von einem Engel bekommen hatten.

Für diese Geschichte gibt es – im Gegensatz zu vielen anderen Geschichten in der Bibel – keine historischen Quellen. Nicht, dass es für alles einen historischen Beweis braucht, um daran glauben zu können, aber es ist schwierig, eines Kindermordes zu gedenken, der vermutlich gar nie stattfand. Trotzdem denke ich heute an all die Kinder, die in schwierigen Verhältnissen aufwachsen müssen, die kein Dach über dem Kopf oder kein Essen haben, die krank sind und all all die Kinder, die nicht so unbeschwert aufwachsen können, wie ich das konnte.

Man kann aber am heutigen “Kindertag” auch etwas lernen: Heute ist für mich der Tag, wo ich bewusst versuche, von Kindern zu lernen und sie als Vorbild zu nehmen. Denn Kinder sind wunderbare Beispiele dafür, wie man im Hier und Jetzt leben kann. Denkt an ein Kind, welches einfach spielt. Ihm ist egal, was war und was kommen wird. Es ist völlig im Moment und es gibt nichts Wichtigeres. Auch wenn es wütend ist, kann es sich nicht vorstellen, jemals wieder glücklich zu sein. Aber schon bald ist es wieder in einem Spiel vertieft und hat die Wut vergessen.

Wenn ich den Kontakt zum Jetzt verloren habe, dann versuche ich, wieder ganz bewusst jeden Augenblick wahrzunehmen. Dazu 5 Tipps:

  1. Langsamkeit: “Wenn du es eilig hast, geh langsam.” (Konfuzius zugeschrieben; sicher aber ein Buch von Lothar J. Seiwert)
    Zu oft sind wir gehetzt und nehmen uns keine Zeit. Wir springen von Termin zu Event und zurück. Ein gemütliches Essen liegt höchstens noch am Wochenende oder an speziellen Tagen drin. Dabei würden wir nichts verlieren, wenn wir uns mehr Zeit nehmen: Selbst wenn wir plötzlich langsamer gehen, kommen wir höchstens ein paar Minuten später an. Es gibt aber wohl wenige Menschen, bei denen es auf ein paar Minuten ankommt (ausser man kommt sonst zu spät). Aber je schneller wir gehen, desto mehr sind wir gehetzt. Das gilt bei vielen Dingen im Leben. Ich plädiere nicht für eine allgemeine Langsamkeit, aber ich schlage vor, ab und zu die Dinge langsam, aber dafür bewusst zu tun: Langsam zu gehen, langsam zu essen, langsam zu trinken, langsam zu lesen.
  2. Single-Tasking: Multitasking ist nicht nur ineffizient, sondern hetzt auch. Man kann im Moment sowieso nur eine Sache erledigen. Und wenn man sich genau auf diese eine Sache fokussiert, kann man sie schneller und gründlicher erledigen.
  3. Weniger ist mehr: Im Leben geht es nicht darum, möglichst viel zu tun, sondern die für einen persönlich wichtigsten Dinge zu tun. Lieber nur Weniges tun, aber dafür genau das, was mir am meisten Befriedigung und Glück verschafft. Dies herauszufinden und mich auf das dann zu fokussieren, ist für mich ein gutes Leben zu leben.
  4. Auszeiten: Unser Leben ist bestimmt von Rhythmen: Tag und Nacht, Jahreszeiten und Biorhythmus. Wir können nicht immer auf Hochtouren laufen. Das Leben ist ein Wechselspiel von Anspannung und dann Entspannung. Im Extremfall ist das nur der Unterschied von Wach-Sein und Schlafen. Doch man kann sich auch während des Tages bewusst Auszeiten schaffen: Eine Tasse Tee bewusst trinken oder sich in ein warmes Bad leben beispielsweise. Man kann aber auch mal bewusst 5 Minuten die Seele baummeln lassen und zum Fenster raus schauen. Das sind kleine Energieoasen, die einen auftanken lassen.
  5. Hören: Mit “Hören” meine ich mehr, als nur zuhören. Man kann nämlich auch auf sich selber hören, seine Gefühle, Empfindungen und Eindrücke bewusst wahrnehmen, seine Umwelt wahrnehmen usw.

Dies war der letzte Artikel zur Weihnachtswoche. Die Weihnachtszeit ist aber noch nicht vorbei: Offiziell dauert sie bis zum Sonntag nach Epiphanie (=Dreikönigsfest am 6. Januar). Dann ist nämlich das Fest “Taufe des Herrn” (=Taufe Jesu). Da 2008 der 6. Januar auf einen Sonntag fällt, ist die “Taufe des Herrn” erst am 13. Januar. So lange “darf” man also den Weihnachtsbaum noch behalten. :-)

Nächste Woche nehme ich wieder mein “normales” Programm auf, allerdings erst ab Mittwoch, da ich ja noch gut ins neue Jahr rutschen muss. Euch wünsche ich auch einen guten Rutsch, und ich freue mich, nächsten Jahr weiter zu schreiben!


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