
photo by Joe McCabe
In der Weihnachtswoche wird der normale Wochenplan von blatternet.ch durchbrochen. Im Zentrum steht eine Woche lang Weihnachten und die einzelnen Feiertage. Was ist eigentlich die Botschaft dahinter? Was kann man davon heute noch und in Bezug auf die Themen dieses Blogs lernen? Viel Spass bei diesen weihnachtlichen Beiträgen!
Johannes? Der Evangelist? Der Apostel? Der Täufer? Oder wer denn noch?
Heute am 27. Dezember ist der Gedenktag des Apostels und Evangelisten Johannes. Dieser Johannes ist nicht zu verwechseln mit Johannes dem Täufer. Dessen Gedenktag ist am Johannis- oder Johannestag am 24. Juni. Der Johannes von heute ist derjenige, der das Johannesevangelium geschrieben hat. Nun, das ist eigentlich sehr unscharf. Bei vielen Büchern der Bibel stellt sich nämlich die Frage, ob der Autor überhaupt eine Person ist und wenn ja, ob diese Person eine eindeutig historisch identifizierbare Person ist. So auch bei Johannes. Doch damit nicht genug: Die traditionelle Theologie geht davon aus, dass der Autor des Johannesevangeliums identisch mit dem Apostel Johannes ist. Doch auch das ist mehr als fraglich. Und um die Verwirrung komplett zu machen: Im Johannesevangelium selber wird als Autor der Lieblingsjünger Jesu angegeben (Joh 21,24). Und auch von dem wird angenommen, dass er Johannes heisst. Diese theologischen Verknüpfungen brauchen uns hier nicht zu interessieren. Mir macht es aber die Arbeit bedeutend leichter, da ich nun über jeden dieser drei schreiben kann, so sicherlich am richtigen Tag über den richtigen Menschen schreibe und ausserdem elegant zu meinen Jahreszielen schwenken kann.
Johannes als Apostel wird in der bildenden Kunst meist als einziger Apostel bartlos dargestellt, da er nach traditioneller Auffassung sehr jung war. Dies hat bei einigen sachunkundigen Menschen dazu geführt, Johannes als eine Frau anzusehen – nämlich als Maria Magdalena – und in haarsträubender Argumentation eine Beziehung zwischen Maria Magdalena und Jesus herbei zu reden. Dies dient dazu, ein Sakrileg zu begehen und reich und berühmt zu werden…
Johannes als Evangelist wird mit einem Adler dargestellt. Der Adler, der König der Lüfte, gilt als ausgesprochen mächtiges und zugleich elegantes Tier. Er fliegt nicht, sondern er schwebt durch die Lüfte und kann gleichzeitig genau fokussieren, was sich auf der Erde tut. Dies ist ein wunderbares Symbol für Jahresziele. Genau wie ein Adler dienen nämlich Jahresziele dazu, hoch über der Erde den Überblick zu wahren, aber ein paar bestimmte, wichtige Dinge zu fokussieren. Vielleicht ein wenig gesucht, aber trotzdem ist der heutige Gedenktag des Johannes ein guter Tag, seine Jahresziele für 2008 zu definieren.
Jahresziele 2008
Jahresziele sind in der Regel recht allgemein (“Ich will mehr Sport treiben”, “ich will mich gesünder ernähren”, “ich will nicht mehr XY (rauchen, trinken, fernsehen, im Internet herumhängen)”). Das ist kein Problem, wenn man die Ziele konkretisiert und Zwischenschritte definiert. Diese Allgemeinheit heisst aber auch, dass man sich nicht zu viel vornehmen kann. 3-5 solche Jahresziele sind schon die obere Limite. Auf mehr kann man sich nicht fokussieren. Vielleicht ist der Begriff “Ziel” auch zu unscharf, vielleicht müsste man eher von “Themen” oder “Schwerpunkten” sprechen. Die Schwerpunkte sind wohl ähnlich wie Vorsätze. Vorsätze sind aber noch schwammiger und noch weniger konkret. Wenn ich von Schwerpunkten schreibe, dann heisst das für mich automatisch auch, dass man diese Schwerpunkte in Massnahmen konkretisiert. Die Schwerpunkte müssen aber auf alle Fälle Dinge sein, die man wirklich will. Denn schliesslich bleibt man ja ein ganzes Jahr lang dran und verfolgt diese Ziele. Man muss also genau wissen, warum und auf was man sich da einlässt. Aber man muss ja nicht bei Null beginnen, sondern kann auf die Erfahrungen vom ablaufenden Jahr zurück greifen.
Meine Jahresziele für das Jahr 2008 sind folgende:
- Mehrere Einkommensströme
Eigentlich bin ich mit meinem Einkommen zufrieden. Nur: Ich will nicht nur von einem Einkommen abhängig sein. Das ist mir zu riskant, da ich nicht weiss, wie lange ich meinen Job machen kann oder will. Deshalb möchte ich mehrere Einkommensströme generieren.
Mein Ziel ist es, am Ende des Jahres 20% meines Einkommens aus anderen Quellen als meinem Lohn zu generieren. - Blog durchstarten
Seit Ende Oktober 2007 führe ich diesen Blog. Bis jetzt war für mich eine Art Testphase: Macht mir das überhaupt Freude? Habe ich genug Durchhaltewille? Beide Fragen kann ich mit ja beantworten. Also werde ich 2008 richtig durchstarten. Ich werde weiter bloggen (mit Anpassungen) und ich werde bewusst versuchen, meine Abonnentenzahl zu erhöhen. Keine Ahnung, ob das realistisch ist für einen deutschsprachigen Blog in meiner Nische, aber mein Ziel ist, bis Ende des Jahres 200 Abonnenten zu haben.
Ausserdem werde ich ein eigenes Design für meinen Blog schreiben, da ich keines gefunden habe, das mir wirklich passt und gefällt. Dazu muss ich das aber zuerst lernen.
Ich bin schon dran, habe auch schon eine Design-Idee und bin recht zuversichtlich: Ich will ja nicht Webdesigner werden, sondern nur mein Design selber schreiben.
Bis zum 1. Juli werde ich also mein eigenes, neues Design erstellt haben. - Fokussieren
Ich erwähne bald in jedem Eintrag, wie wichtig es ist, dass man sich auf die wesentlichen Dinge fokussiert. Dies ist mir dieses Jahr nicht immer gelungen, aber ich werde mich im Jahr 2008 besser fokussieren. - Bewusst leben
Man muss nicht jede Minute in seinem Leben mit Inhalten füllen oder etwas “Sinnvolles” tun. Aber ich lasse zu viel Zeit einfach verstreichen, indem ich plan- und ziellos im Internet surfe oder durch die Kanäle zappe. Ich möchte aber das, was ich tue, auch wirklich bewusst und gewollt tun. - Energiegeladenes Leben führen
Dieses Jahr habe ich viele Dinge ausprobiert und bei einigen Dinge habe ich gemerkt, wie gut sie mir tun und wie viel Energie sie mir geben. Leider ist es mir nicht gelungen, diese Gewohnheiten zu etablieren. Doch im Jahr 2008 werde ich genau dies tun.
Das sind meine 5 Ziele für das Jahr 2008. Die ersten beiden Ziele sind recht konkret, und ich habe auch schon verschiedene Ideen, wie ich diese Ziele erreichen kann. Die letzten drei Ziele sind überhaupt nicht konkret, sondern eben eher Schwerpunkte für das kommende Jahr. Sie haben mit einer Bewusstseinsänderung zu tun und sind daher schwer messbar. Aber ich kann sie auf konkrete Teilziele und Massnahmen herunter brechen. Für das fünfte Ziel könnte das so aussehen:
- Mindestens 7.5 Stunde pro Nacht schlafen
- Kaffeeverzicht: Früher habe ich eine Zeitlang kaum Kaffee getrunken und ich fühlte mich bestens. Jetzt trinke ich täglich mindestens 6 Tassen starken Kaffee, was viel zu viel ist. Ich möchte deshalb während 30 Tagen ausprobieren, wie ein Leben ohne Kaffee ist und ob sich das lohnt. Ich vermute nämlich, dass Kaffee zwar einen Energieschub gibt, aber dass dieser nur kurzfristig wirkt und Kaffee mittelfristig genau das Gegenteil bewirkt.
- Essensplan: Wenn wir spontan etwas kochen, dann ist es meistens nicht gerade ein Überfluss an gesundheitsbewusstem Essen. Deshalb habe ich das Ziel, einmal wöchentlich einen Essensplan zu erstellen und diesen auch einzuhalten.
Diese drei Zwischenziele zeigen auf, wie man seine Schwerpunkte herunter brechen kann. Gerade meine letzten drei Jahresziele haben viel mit der Etablierung von neuen Gewohnheiten zu tun. Das geht aber nicht von heute auf morgen, sondern nur in kleinen Schritten. Eine neue Gewohnheit muss mindestens 30 Tage lang geübt werden, bis sie wirklich in Fleisch und Blut übergegangen ist. Deshalb kann mich sich da nicht zu viel vornehmen. Die Zwischenziele als Beispiel sind aber noch nicht sehr SMART, es fehlen beispielsweise der Zeitrahmen, die Messbarkeit usw. Doch mein erster Schritt ist getan: Ich habe eine Mischung aus zwei ganz konkreten Zielen, an denen ich sofort arbeiten kann, und drei Schwerpunkten, die in meinem Leben immer mitschwingen sollen. Nun geht es darum, bei den Schwerpunkten konkreter zu werden und Massnahmen zu ergreifen.
Ich bin mir nicht sicher, ob diese Mischung das richtige Vorgehen ist. Eigentlich wollte ich mir 5 konkrete Ziele setzen. Doch plötzlich hatte ich Bedenken: Was mache ich, wenn ich z.B. schon im April alles erreicht habe? Neue Ziele setzen? Ziellos weiter kurven? Und: Je konkreter ich die Ziele formulierte, desto mehr Ziele hatte ich plötzlich. Doch ist eine Liste mit 20 Zielen oder mehr wirklich zielführend? Oder verzettle ich mich da nicht zu sehr? Deshalb habe ich beschlossen, es mit einer Mischung aus 2 konkreten Zielen und drei Schwerpunkte zu probieren. Was denkt ihr darüber? Wie handhabt ihr das? Setzt ihr euch Jahresziele? Wenn ja: Welche? Schreibt einen Kommentar, wenn ihr mögt.

Mein Name ist Ivan Blatter und ich bin Ihr Office Trainer: Ich helfe Ihnen, produktiver zu arbeiten. Schauen Sie sich um, erfahren Sie mehr 




{ 4 Kommentare… lesen Sie unten oder schreiben Sie selbst einen }
Ich habe deinen Beitrag vom 20.12. (Das Jahr, das war) mit grossem Interesse gelesen und dabei festgestellt, das wir mit früh aufstehen, GTD, Notizen, MindMaps, zurück zum Papier, Ordnung, weniger TV usw. so ziemlich auf der gleichen Wellenlänge sind, und damit -man vergleiche all die Blogs – voll im Trend liegen (nicht , dass das das Ziel wäre). Wärest du am 27.12. in deinen Jahreszielen 2008 nicht noch von selber mit dem Kaffeeverzicht gekommen, hätte ich dich darauf aufmerksam machen müssen…
Im Ernst: Gratulation zu dem, was du erreicht hast, und gute Wünsche für das, was du dir vornimmst!
@John: Danke für die Blumen!
Es gibt halt ein paar Themen und Optimierungsmöglichkeiten, um die man nicht herum kommt, wenn man sich mit meinen Themen beschäftigt. Das sind in der Tat Dauerbrenner auf allen möglichen Blogs.
Hast Du Dir auch Ziele vorgenommen?
Hallo Ivan
Ich hoffe, ich kann du sagen – mit Interesse habe ich deine Jahresziele gelesen und mich dabei sehr angesprochen gefühlt. Mittlerweile ist schon mehr als das halbe Jahr vorbei – wie geht es dir damit?
Auch ich habe mir ähnliches vorgenommen: zm Beispiel, dass ich mir jeden Tag mindestens eine Halbe Stunde Zeit nehme für mich allein – das ist gar nicht so einfach, bei einem arbeits (nicht nur)-erfüllten Leben… Was das bei mir bewirkt hat ist eine grössere Bewusstheit, was ich an einem Tag alles mache…
Auch den Kaffee habe ich bewusst reduziert und geniesse nun jeden einzelnen ganz anders – Kaffee schmeckt mir zwar gut, doch ich fühle mich besser ohne.
Ich bin bestrebt, die zu halten, mit Meditationsübungen oder auch mit viel Schlaf, da kann ich noch viel daran arbeiten, und dieses gute Energie-Gefühl noch optimieren, indem ich mich noch mehr auf das Wesentliche fokussiere.
Schön einen Menschen zu treffen,der sich ähnliche Gedanken macht – ich vernetzte deine Seite gerne mit meiner – hast du schon 200 Abonnemente?
Liebe Grüsse Monika
@Monika: Ich bin gut duzbar.
Danke für Deinen Erfahrungsbericht! Eine kleine Zwischenbilanz zu meinen Zielen:
1. Mehrere Einkommensströme:
Ich habe mittlerweile mehrere Einkommensströme, welche aber noch keine 20% vom Lohn meines Bürojobs ausmachen. Da ich aber den Job eh gekündigt habe, erübrigt sich das Ziel vorläufig.
2. Blog durchstarten:
Hier habe ich mich völlig verschätzt. Ich habe nämlich die 200-Abo-Grenze bereits im Juni geknackt.
Als ich diesen Artikel schrieb, hatte ich noch 30 Abonnenten. Seit Juni sind die Abos aber stabil.
Ein neues Design habe ich zeitgleich mit dem Relaunch und Ausbau von blatternet.ch im Mai eingerichtet. Ich hatte zwar schon ein eigenes Design von Grund auf fast fertig, bin dann aber doch auf eine Vorlage ausgewichen, da diese stabiler und professioneller ist und ausserdem schon für Suchmaschinen optimiert ist. Diese Vorlage habe ich an meine Bedürfnisse angepasst.
3. Fokussieren
Da bin ich immer noch am Üben. Manchmal gelingt es mir sehr gut, manchmal weniger. Der wichtigste Schritt für mich war, dass ich beschlossen habe, das zu tun, was mir wirklich Spass macht. Deshalb habe ich auch meinen jetzigen Job gekündigt und werde in Richtung Selbständigkeit gehen.
4. Bewusst leben
Auch das ist ein ständiger Prozess und ich versuche, mir ebenfalls jeden Tag eine halbe Stunde für mich zu nehmen, wo ich “Seelenpflege” betreibe. Und mir geht es genau so: In den Zeiten, wo das schaffe, erlebe ich meinen Tag bewusster.
5. Energiegeladenes Leben
Hier suche ich bewusst die Dinge, die mir Energie geben, sei es ein gesunder Schlaf, gesunde Ernährung oder “gesunde” Freizeitgestaltung (=weniger TV, weniger am Computer etc.). Ich habe eine Zeit lang meinen Energielevel und meinen Energiezyklus genau beobachtet und weiss nun, was mir gut tut. Dies versuche ich täglich umzusetzen.
Von den drei Beispielen, die ich aufgeführt habe, habe ich nur das mit dem Schlaf teilweise erreicht. Doch der Kaffeeverzicht-Test ist auf den 1.11. geplant.
Tja, als Zwischenfazit: Ich bin gut auf dem Weg. Die drei letzten Ziele sind aber nie zu erreichen, sondern ein ständiger Prozess. Aber ein lohnenswerter!
Gruss
Ivan