
photo by Shawn’s Kitty
In der Weihnachtswoche wird der normale Wochenplan von blatternet.ch durchbrochen. Im Zentrum steht eine Woche lang Weihnachten und die einzelnen Feiertage. Was ist eigentlich die Botschaft dahinter? Was kann man davon heute noch und in Bezug auf die Themen dieses Blogs lernen? Viel Spass bei diesen weihnachtlichen Beiträgen!
Weihnachten ist eines der grossen christlichen Feste. Wie wohl mittlerweile alle wissen, wird der Geburt Jesu gedacht. Gestern habe ich ja dazu ein paar Gedanken geschrieben. Das Erstaunliche ist, dass Jesus nicht in Prunk und mit Pauken und Trompeten auf die Erde gekommen ist, sondern ganz unauffällig und diskret in einem Stall in einer Krippe. Schon nur das alleine ist ein ganz starkes und grosses Symbol: Trotz seiner Macht, nämlich seiner göttlichen Macht, trotz seines Einflusses, den er haben wird, trotz seiner Kraft, die er hat, ist Gott als kleiner, verletzlicher Mensch in einer Krippe auf die Welt zu kommen. Er wollte keinen Palast und keinen irdischen Reichtum. So hat er sich auch als erstes den Hirten gezeigt, den Ausgestossenen, den Randständigen.
Weihnachten hat sehr viel mit Heimat zu tun. Es ist nicht umsonst ein Familienfest. Aber wir haben nicht nur eine äussere Heimat, eine Heimat durch Geburt sozusagen. Sondern wir haben auch eine innere Heimat. Wir haben unsere inneren Räume, wo wir, unsere Seele, unser Sein und Gott in uns wohnt. Dort gibt es viele schöne Räume, prunkvolle Zimmer, schön aufgeräumt, aber es gibt auch Ställe, es gibt auch schmutzige Orte, es gibt auch ärmliche Räume, in die wir möglichst nie gehen. Doch heute ist Weihnachten: Jesus interessiert sich nicht für die Paläste, er interessiert sich für die Ställe, für das Unbequeme und für den Mist. Deshalb ist gerade heute und die ganze Weihnachtszeit eine gute Zeit, sich seinen weniger schönen Räumen zu stellen. Diese Räume heissen Einsamkeit, Wut, Verlassenheit, Neid, Missgunst, Verzweiflung, Depression. Jeder von uns hat solche Räume in sich, selbst wenn wir sie nicht wahrnehmen und wahrhaben wollen. Weihnachten ist eine wunderbare Gelegenheit, diese Räume wieder einmal zu betreten, in ihnen aufzuräumen und sie neu zu organisieren. Doch das braucht Mut. Und das braucht die Offenheit, sich diesen weniger schönen Seiten zu stellen.
Es ist nicht schlimm, dass wir solche Räume haben. Jeder Mensch hat sie. Wir müssen sie aber von Zeit zu Zeit betreten und sie dürfen nicht – bewusst oder unbewusst – die Herrschaft über unser Sein übernehmen. Wie aber können wir diese Räume öffnen? Wir können sie öffnen und betreten, indem wir sie Jesus hinhalten. Ohne Wertung, ohne Urteil, sondern einfach so als das was sie sind: Seiten an uns, die weniger schön sind. Wir halten sie Jesus hin, damit er die Räume betreten und ausfüllen kann. Wir zeigen sie ihm, um zu zeigen, dass wir uns auch unserer weniger schönen Seiten bewusst sind. Wie zeigen, dass wir wissen, dass ein kompletter Mensch verschiedene Räume hat, wunderschöne und weniger schöne. Wir zeigen, dass wir diese Räume nicht vergessen wollen, sondern dass wir sie mit Licht und Liebe füllen wollen, damit sie uns nicht beherrschen.
Weihnachten: Das Fest des Lichts und der Liebe. Lasst uns das ernst nehmen, ob mit oder ohne religiösen Hintergrund. Aber sicher mit mehr als reiner Oberflächlichkeit, Geschenkschlachten und Völlereien. Denn es gibt noch so viel mehr zu entdecken und zu leben!

Mein Name ist Ivan Blatter und ich bin Ihr Office Trainer: Ich helfe Ihnen, produktiver zu arbeiten. Schauen Sie sich um, erfahren Sie mehr 

