
photo by Sgt. Gooch
Es tut jedem Menschen gut, wenn er sich ab und an zurück zieht und Zeit mit sich und in Stille verbringt. Stille findet man nicht nur in einem abgeschlossenen Raum, sondern generell an einem sehr sehr ruhigen Ort ohne Ablenkung. Ich bin davon überzeugt, dass das sogar nötig ist, um wieder die Verbindung mit sich selber aufzunehmen und sich zu spüren. Zu oft überschütten wir diese Verbindung mit irgendwelchen Dingen oder mit Sorgen, Ängsten und Begierden. Man bemerkt es zwar nicht gleich, weil man sich ja häppchenweise zuschüttet. Irgendwann aber realisiert man, dass man sein Leben oberflächlicher lebt und nicht mehr so aus der Tiefe schöpfen kann wie vielleicht früher noch. Dann ist wieder ein Rückzug von der Welt und zu sich selbst notwendig. Ich sage das jetzt so einfach, aber ich weiss, dass das die wenigsten Menschen auch tatsächlich können oder tun. Empfehlen kann ich es aber jedem.
Was bringt einem ein Rückzug in die Stille?
- Stille: Stille beruhigt ungemein. Es ist nicht mehr das hektische Leben, wo ständig irgendwelche Eindrücke auf einen prasseln, sondern plötzlich hört man wieder das Rauschen, wenn das Blut fliesst oder bemerkt, dass man einfach so und ohne Anstrengung atmet. Eine schöne Erfahrung!
- Sinne schärfen: Wenn man irgendwo alleine ist, es still ist und man keine Ablenkungen hat, dann schärfen sich automatisch die Sinne. Die leiten ja permanent Informationen ans Gehirn. Wenn es dann halt keine Musik, keinen Lärm, keine bewegten Bilder, keine anderen Menschen und keine “Action” gibt, dann nimmt man plötzlich andere Dinge wahr, die einem sonst entgehen.
- Gehirn: Auch das Gehirn wird ruhiger. Am Anfang drehen sich zwar noch die Gedanken, aber plötzlich lässt das nach. Die Gedanken sind zwar noch da, aber sie fliessen plötzlich viel ruhiger.
- Bestimmung: Wer zu sich selber findet, findet auch eher seine Bestimmung. Die Bestimmung ist ja eben gerade das, was einen ganz tief drinnen berührt. Wenn man aber den Kontakt zu seinem Inneren verloren hat, dann kann man auch seine Bestimmung nicht finden.
6 Tipps, wie man loslassen kann
Es ist nicht einfach, die Stille auszuhalten – vor allem, wenn man es nicht gewöhnt ist. Hier ein paar Tipps, was man während der Zeit “tun” kann:
- Ruhiger Ort: Wer “reine” Stille nicht gewöhnt ist, wird am Anfang Mühe haben. Da ist es vielleicht besser, nur an einen ruhigen Ort und nicht in komplette Stille zu gehen. Man kann sich beispielsweise unter einen Baum setzen oder irgendwo an ein fliessendes Gewässer und einfach den Moment geniessen.
- Moment geniessen: Den Moment geniessen heisst für mich, völlig in ihm aufzugehen. Die Zeit fliegt dahin, man ist einfach nur glücklich und dankbar, gerade diesen Moment zu haben. Die Gedanken kommen und gehen, aber man hängt sich nicht an sie, sondern lässt sie einfach vorbei fliessen. Man beobachtet sie, nimmt sie wahr, aber lässt sich direkt wieder los.
- Meditieren: Wer das kann: Umso besser. Das ist nicht jedermanns Sache, aber sicherlich eine gute Übung für stille Momente.
- Beten: Auch dies ist nicht jedermanns Sache. Wenn es darum geht, in der Stille zu sein, ist es wohl besser, wenn man ein sich wiederholendes Gebet betet, welches man sehr gut kennt. Beispielsweise einen Rosenkranz. Ich weiss, das ist heute nicht mehr sehr modern, aber wer ihn auswendig beherrscht, kann dadurch in eine sehr meditative Stimmung kommen. Aber man kann auch das Herzensgebet oder sonst eine Gebetsformel – ähnlich wie ein Mantra – immer wieder beten.
- Diashow: Wenn ich mal den Schlaf nicht finden kann, da lasse ich eine Diashow in meinem Kopf laufen. Das kann man auch in der Stille tun. Dazu versuche ich, mich nicht auf meine Gedanken zu konzentrieren oder einzulassen, sondern versuche völlig entspannt die Bilder in meinem Kopf anzuschauen. Es ist schwer zu beschreiben, da wir ja oft bewusst denken. Aber wenn es gelingt, das bewusste Denken ein Stück weit loszulassen, dann kommen einem Bilder hoch – oft ohne Zusammenhang – und die kann man dann anschauen. Das finde ich immer sehr spannend und witzig!
- Betrachtung: Man kann aber auch etwas betrachten: Ein Bild oder die Flamme einer Kerze. Man schaut einfach hin, ohne Absicht, ohne Druck, etwas erkennen oder hinterfragen zu wollen, sondern einfach nur Schauen.
Das sind nur ein paar Ideen, was man “tun” könnte. Es muss aber für einen selber stimmen. Wer noch nie meditiert hat, wird das auch auf Anhieb nicht hinkriegen. Wer Mühe mit Beten hat, weil er nicht weiss wie oder weil er kein Gegenüber kennt, der soll es halt nicht tun. Das ist nicht schlimm. Hier geht es primär darum, den Draht zu sich selbst wieder zu finden. Und dazu können die Anregungen oben hoffentlich helfen.

Mein Name ist Ivan Blatter und ich bin Ihr Office Trainer: Ich helfe Ihnen, produktiver zu arbeiten. Schauen Sie sich um, erfahren Sie mehr 



