
photo by SaylaMarz
In letzter Zeit habe ich ein wenig den Draht zu mir verloren. Das ist nicht schlimm, denn es gibt immer wieder solche Phasen, und das muss ich hier auch nicht detailliert ausbreiten. Über was ich aber unbedingt schreiben will, ist über meine Lösung: Um mir wieder nahe zu kommen, habe ich mich auf die Suche nach meiner Mission, nach meiner Berufung gemacht und mein Leitbild ergänzt. Dieser Prozess ist unglaublich lehrreich und spannend. Er verbindet uns mit uns selbst, mit unserem tiefsten Inneren, mit unserer Seele.
Gleichzeitig gibt es auch handfeste Vorteile: Wenn man sich intensiv auf die Suche danach macht, was man eigentlich will und was seine Mission ist, und am Schluss seine Erkenntnisse schriftlich festhält, der wir aktiv. Man lässt sich nicht einfach treiben, sondern nimmt das Zepter in die Hand und schreibt sich sein eigenes Drehbuch. Auf dieser Grundlage kann man dann seine konkreten lang- und kurzfristigen Ziele formulieren. Damit ist garantiert, dass die Ziele mit dem eigentlichen Sein übereinstimmen.
Es gibt verschiedene Wege und verschiedene Resultate, die man anstreben kann. Ich habe ursprünglich ein Leitbild geschrieben, wie Stephen Covey es in seinem fantastischen Buch über “Die 7 Wege zur Effektivität” vorschlägt. Ich brauche aber etwas, was einfacher ist, etwas, was die Essenz von meinem Sein wieder gibt. Das habe ich in einem Leitsatz oder kurzen “mission statement” nun gefunden. Wie man zu so einem kommt, möchte ich euch anhand von verschiedenen Wegen zeigen:
- Leitbild nach Covey: Stephen Covey schlägt vor, dass nicht nur Unternehmen, sondern auch jedes Individuum sich ein Leitbild gibt. Dazu gibt er den Auftrag, sich seine eigene Beerdigung vorzustellen und zu visualisieren. Was würde man da in den Reden am liebsten hören? Daraus lässt sich dann ein Leitbild formulieren. Auf der Homepage von Coveys Firma findet sich ein nettes Tool, das einen dabei unterstützt.
- Einen weniger rationalen Weg schlägt Steve Pavlina vor: Man nehme ein Blatt Papier und schreibe oben als Titel “Was ist meine wahre Bestimmung im Leben?”. Dann schreibt man während 15-20 Minuten einfach jede Antwort auf, die einem durch den Kopf geht (Stichwörter genügen). Die ersten paar Dutzend Antworten mögen etwas wirr, oberflächlich oder sozial vorgeprägt sein, aber irgendwann ist diese Phase vorbei und man kommt in den Bereich der relevanten Antworten. Nun schreibt man einfach weiter Antworten auf, bis man die Antwort hat, die einen zu Tränen rührt (Steve ist manchmal ein wenig pathetisch). Das ist dann die Bestimmung.
- Tina Su stellt in ihrer charmanten, fröhlichen Art insgesamt 15 Fragen, die man so spontan und schnell wie möglich beantworten soll. Aus diesen Antworten kann man dann Verben (Tätigkeitswörter) heraus filtern. Wenn man sich jetzt noch überlegt, wem diese Tätigkeiten schlussendlich zu Gute kommen, dann kann man daraus einen (oder 2-3) Leitsatz formulieren.
- Leo von zenhabits.net schlägt – wie immer
– einen ganz simplen Weg vor: Er geht aus von der Beerdigungsszene nach Covey. Die Kernsätze, die daraus resultieren (z.B. “XY war ein liebevoller Vater”), notiert man sich dann und hängt die irgendwo auf, wo man sie täglich sehen muss. Jeden Morgen dann liest man sich die Sätze laut vor und überlegt, was man HEUTE tun kann, seine Mission zu erfüllen. Dies kommt dann auf die ToDo-Liste. Am Abend dann hält man einen Rückblick (z.B. in Form eines Tagebuchs). - Bei meinem ersten Leitbild habe ich nicht einen Top-Down-Ansatz gewählt, sondern bin den umgekehrten Weg gegangen. Ich hatte mir kurz vorher eine lange Liste mit Zielen, die ich erreichen will, erstellt. Das waren knapp 100 Ziele. Von dem bin ich ausgegangen und habe mich bei jedem Ziel gefragt, was für ein Grundbedürfnis oder eine Wert dahinter steckt. Das Resultat war, dass es nur sehr wenige Dinge waren, die dahinter standen. Aus diesen vielleicht 5 Punkten habe ich dann mein Leitbild verfasst.

Mein Name ist Ivan Blatter und ich bin Ihr Office Trainer: Ich helfe Ihnen, produktiver zu arbeiten. Schauen Sie sich um, erfahren Sie mehr 


{ 1 trackback }
{ 4 comments… read them below or add one }
Thank you for including me in the list. Much appreciated.
Love & Gratitude,
Tina
Think Simple Now. ~ Clarity & Happiness
@Tina: You’re welcome! I think you didn’t understand very much, but let me assure you: I just wrote the best!
Ivan
Hallo,
“Aus diesen vielleicht 5 Punkten habe ich dann mein Leitbild verfasst.”
Darf man erfahren, welches Leitbild Sie für sich gefunden haben?
Herzliche Grüße
Paul
@Paul: Die Frage ist naheliegend, aber ich veröffentliche mein Leitbild lieber nicht so öffentlich, da dort viele persönliche Dinge drin stehen.
Es ist recht kurz (eine halbe A4-Seite) und zeigt sozusagen die Essenz von mir selber auf.
Googlen Sie aber mal nach “mission statement”, da finden Sie einige Beispiele.