Kategorie

Wie setze ich mir SMARTe Ziele?

8. November 2007

in Erfolg


photo by aremac

“Und als sie ihre Ziele aus den Augen verloren hatten, verdoppelten sie ihre Anstrengungen.”
Mark Twain

Das Zitat von Mark Twain ist so gut, dass ich es heute nochmals bringen muss. Denn den meisten Menschen ist zwar völlig einsichtig, dass man ein Ziel nur verfolgen kann, wenn man überhaupt eins hat. Doch genau das braucht zuerst mal Disziplin und Zeit. Je genauer man nämlich ein Ziel umschreiben kann, desto einfacher ist es dann auch, sich die einzelnen Schritte dazu zu überlegen und dann vor allem das Ziel zu erreichen. Klassisches Beispiel: “Ich müsste unbedingt mehr Sport machen.” Wer sich sein Ziel so formuliert, hat schon quasi die Garantie dafür, nicht mehr Sport zu machen. Das Ziel ist völlig unspezifisch, ohne konkrete nächste Schritte und ohne Zeitplan. “…müsste unbedingt…” ist eher ein frommer Wunsch als ein richtiges Ziel. Wie kann man es aber besser machen?

Gute Ziele, die man auch erreichen kann, müssen zunächst einmal fordern. Sie dürfen einen aber nicht überfordern (denn sonst gibt man schnell auf) oder unterfordern (sonst langweilt man sich schnell und gibt auf…). Man muss also für sich selbst die Ebene finden, wo man gerade genug gefordert ist, dass es Spass macht, aber wo man nicht überfordert ist. Weiter folgen gute Ziele dem SMART-Prinzip. SMART heisst ausgeschrieben: Specific, Measurable, Attainable, Realistic, Timely.

  • Specific (spezifisch): Ein spezifisches Ziel wird eher erreicht als ein allgemeines. Um ein Ziel schärfer fassen zu können, kann man sich eine Handvoll W-Fragen stellen: Wer ist betroffen? Was will ich erreichen? Wo kann ich das tun? Wann will ich das tun? Welche Teile sind kritisch? Warum will ich das Ziel erreichen? Das Ziel muss man regelrecht sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen können. Je spürbarer es ist, desto konkreter ist es auch. In unserem Beispiel: “Bis in drei Monaten will ich regelmässig joggen gehen.”
  • Measurable (messbar): Irgendwie muss man erkennen können, wann man das Ziel erreicht hat. Es muss einen Abschluss haben. Dann kann man es so richtig feiern und stolz auf sich sein. Also: “In drei Monaten will ich drei Mal pro Woche 30 Minuten joggen gehen.”
  • Acceptable (akzeptierbar): Ein Ziel ist akzeptierbar, wenn das Ziel auch wirklich sein eigenes Ziel ist und sehr wichtig für einen ist. Wenn das der Fall ist, dann wird das Bewusstsein und das Unbewusste an der Erreichung dieses Zieles arbeiten. Also: “Ich will joggen, weil alle das tun und weil der Arzt das sagt. Ich will joggen, weil es mir gut tut.
  • Realistic (realistisch): Ein Ziel, welches völlig unrealistisch ist, zieht einen nur runter: “In drei Monaten will ich am New York-Marathon mitlaufen” wird wohl kaum zu schaffen sein, wenn man bisher noch nie gejoggt ist. Ich denke, dieser Punkt ist klar.
  • Timely (Zeitrahmen): Ein Ziel beinhaltet immer einen Zeitrahmen. Aber es muss auch in absehbarer Zukunft erreichbar sein: “Wenn ich in Rente gehe, will ich 1 Million Fr. auf der hohen Kante habe” kann zwar ein gutes Ziel sein, aber das liegt je nach dem in noch so ferner Weite, dass es Sie nicht über lange Zeit motivieren kann. Hingegen: “Ich spare pro Monat x Fr., damit ich 1 Million Fr. auf der hohen Kante habe, wenn ich in Rente gehe”. Das ist viel näher, spezifischer und erreichbar. Langfristige Ziele sollten also in kurz- und mittelfristige Ziele unterteilt werden.

Zusammengenommen wird also aus unserem Wischiwaschi-Ziel “Ich müsste unbedingt mehr Sport machen” ein smartes Ziel:
“Ich gehe ab jetzt regelmässig joggen. Bis in drei Monaten will ich so fit sein, dass ich drei Mal pro Woche 30 Minuten lang durch joggen kann. Dann werde ich mich gesünder, fitter, wacher und voll Energie fühlen.”

So, jetzt haben wir unser wunderbares Ziel. Um es dann tatsächlich zu erreichen, überlegt man sich am besten gleich die nächsten konkreten Schritte: “Am Mittwoch kaufe ich mir Jogging-Schuhe. Heute Nachmittag rufe ich X an, um ihn zu fragen, ob er Lust hat, auch anzufangen zu joggen. Am Donnerstag gehe ich vor dem Essen laufen.” Das gibt leider keine Garantie, dass ich dann wirklich regelmässig joggen gehe, aber ich kenne jetzt mein Ziel und habe es so formuliert, dass ich es erreichen kann und mich motiviert. Doch wirklich raus gehen und loslaufen kann mir niemand abnehmen.


Mehr zum Thema

{ 5 trackbacks }

7 häufige Fallen bei Zielen | blatternet.ch - Büro-Organisation, Produktivität, Zeitmanagement und Simplify
5. September 2008 um 16:25
Ziele setzen: Der unausweichliche Erfolg » imgriff.com
9. Januar 2009 um 19:51
Die drei Phasen der Gewohnheitsänderung
31. Januar 2009 um 17:22
Weihnachtswoche: Über Johannes, Adler und meine Jahresziele 2008
1. Februar 2009 um 11:20
Der Vorteil von Routinen
1. Februar 2009 um 18:03

{ 0 comments… add one now }

Leave a Comment

Previous post:

Next post: